„Zukunft geht nur gemeinsam”

Am 8. Mai tagte die erste Hilchenbacher Jugendkonferenz. „Wie soll das Hilchenbach von morgen aussehen?”, mit dieser Frage hatte der Ortsverband der Jungen Union Hilchenbach zur Konferenz eingeladen und alle bei der Stadt gemeldeten Jugendorganisationen angeschrieben. ,,Dabei war es uns ein großes Anliegen, keine Parteiveranstaltung durchzuführen”, betont der Hilchenbacher JU-Sprecher Lukas Klimke, ,,wir haben als JU lediglich die Initiative ergriffen und die verschiedensten Akteure an einen Tisch gebracht, moderierend und nicht vereinnahmend”. Eingeschaltet haben sich über 20 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus insgesamt neun Verbänden. ,,Von den Schülervertretungen über die Jugendfeuerwehr bis hin zum CVJM Müsen hatten wir die ganze Bandbreite an Gruppierungen dabei. Die vielen Perspektiven sind sehr hilfreich”, so Klimke. Neben der Vernetzung engagierter Jugendlicher ging es vor allem um deren Ideen und Visionen für Hilchenbach.
Nach einer kurzen Vorstellungsrunde bot sich während der Gruppenphase die Möglichkeit, zu den Themen Ehrenamt, Gemeinschaftsförderung und Nachhaltigkeit konkrete Punkte zu formulieren, die aus Sicht der jungen Generation diesbezüglich wichtig seien. Anschließend wurde im Plenum mit einigen Teilnehmern über diese Punkte diskutiert.

Ehrenamt
Gruppenleiterin Lisa Giesler stellt klar: ,,Ehrenamtliches Engagement ist eine ganz essentielle Stütze unseres Zusammenlebens”. Leider sei aber ein Rückgang zu verzeichnen, was die Bereitschaft angehe, sich ehrenamtlich einzubringen. Die Mitglieder der Jugendkonferenz möchten sich deswegen für mehr Werbung und mehr Wertschätzung des Ehrenamts stark machen. Die besondere Hervorhebung der Ehrenamtskarte und öffentliche Würdigungen, gerade auch von jungen Menschen, seien wichtige Bausteine. ,,Es muss für junge Menschen attraktiver sein, sich in seiner Freizeit ehrenamtlich zu engagieren”, meint Lisa Giesler. Ein digitales Ehrenamtsnetzwerk, z.B. in Form einer einfachen WhatsApp- oder Facebook-Gruppe, könne zudem die Kommunikation unter den Aktiven erleichtern und zu unkomplizierten Absprachen verhelfen.

Gemeinschaftsförderung
Den Jugendlichen lag im Arbeitskreis Gemeinschaftsförderung vor allem das Thema Hass und Diskriminierung am Herzen. Nachdem das Jugendforum mit der Internationalen Woche gegen Rassismus bereits ein gutes Zeichen gesetzt habe, müsse man in diesem Bereich weitermachen. Dafür entwickelte die Gruppe unter der Leitung von Lukas Klimke einen 3-Punkte-Plan: Als erstes gelte es, für Rassismus zu sensibilisieren. Veranstaltungen und auch Social-Media-Kampagnen könnten hierbei etwa aufzeigen, wie sich Rassismus und Diskriminierung heutzutage äußerten. Im zweiten Schritt müssten Gegenmaßnahmen aufgezeigt werden, z.B. durch einen Handlungskatalog, wenn man von Ausgrenzung erfahre. Und letztlich müsse im dritten Schritt intensiv aufgeklärt werden. Das gehe nicht ohne die Einbeziehung der Schulen, und auch ein stärkeres historisches Bewusstsein sei wichtig. Ferner erarbeitete die Gruppe Ideen zur besseren Vernetzung junger Hilchenbacher und strebt die Gründung eines Online-Forums ,,Junges Hilchenbach” an.

Nachhaltigkeit
„Nachhaltigkeit ist für unsere Generation definitiv ein Schlüsselthema”, konstatiert Tim Müller, der der Gruppe Nachhaltigkeit am vergangenen Samstag vorstand. Die Stadt Hilchenbach sei in Sachen Nachhaltigkeit insgesamt schon gut unterwegs. Das zeigten exemplarisch die Auszeichnung mit dem European Energy Award oder auch das bürgerschaftliche Engagement wie die Klimawelten und die Schülergenossenschaft Keppels Früchtchen eSG. Darauf dürfe man sich allerdings nicht ausruhen, wendet Tim Müller ein, und daher entwickelte er mit seiner Gruppe weitere Ideen.
Anstreben wolle man unter anderem eine gemeinsame Beteiligung Hilchenbacher Jugendlicher am jährlichen Frühjahrsputz sowie zusätzliche Projekte mit den Schulen aus der Region und der Bezirksschülervertretung Siegen-Wittgenstein, etwa zum Thema aktive Mülltrennung in Schulen.
Ebenso solle aus städtischer Sicht nach Möglichkeiten gesucht werden, Mülltrennung für jeden Hilchenbacher im Alltag so einfach und attraktiv wie möglich zu machen, beispielsweise indem öffentliche Mülleimer nicht nur auf Restmüll begrenzt würden.
Inwieweit jede städtische Fläche gemäht werden müsse, solle auch geprüft werden. Denn hohe Gräser seien eine optimale Nahrungsquelle für Insekten.

,,Wir werden alle Teilnehmer nochmal kontaktieren und Infos zum weiteren Vorgehen mitteilen”, sagt JU-Sprecher Lukas Klimke im Anschluss an die Sitzung, ,,denn die Jugendkonferenz sollte lediglich ein Startschuss sein. Für uns ist klar: Zukunft geht nur gemeinsam”. Die zukünftigen Sitzungen, aus denen unterschiedliche Steuerungsgruppen entstehen sollen, seien aber zunehmend selbständiger. ,,Politische Unabhängigkeit muss langfristig das Ziel sein, um alle anzusprechen”, so Klimke.
Unterstützung für die erste Hilchenbacher Jugendkonferenz kam auch aus der Nachbarstadt Kreuztal. Der Flächenverbandsvorsitzende der JU Nördliches Siegerland, Julian Siebel, lobte die Veranstaltung und kündigte ein ähnliches Format auch für Kreuztal an. Jost Hoffmann, Bezirksschülersprecher des Kreises Siegen-Wittgenstein und in die Vorbereitung selbst aktiv mit eingebunden, plädierte darüber hinaus, im ganzen Kreis digitale Partizipationsangebote zu stärken: ,,Wir Jugendliche wollen mitreden”. Hilchenbach habe schließlich gezeigt, dass es erfolgreich gehe.

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