Junge Union OWL kritisiert die lang andauernde Hängepartei

Die Junge Union Ostwestfalen-Lippe (JU) betrachtet die ungeklärte Situation zur Hebammenausbildung in Paderborn mit Sorge. Im Zuge der Akademisierung des Berufsbildes ist die Kooperation mit einer Hochschule zwingend erforderlich. Standorte in Ostwestfalen-Lippe stehen, mit Ausnahme der Sonderlösung für Herford, noch nicht fest.

„Wir betrachten die nun gut ein Jahr andauernde Hängepartie um die Hebammenausbildung in Paderborn mit großer Sorge“, erklärt der Bezirksvorsitzende der Jungen Union, Kevin Gniosdorz. „Ein Hebammenstudium vor Ort bietet Schulabsolventen in OWL nicht nur eine attraktive Jobperspektive, sondern ist auch ein wichtiger Baustein für die Gesundheitsversorgung in unserem Landesteil.“ Die jahrzehntelange Erfahrung der Hebammenschule in Paderborn habe gezeigt, dass viele der Hebammen in OWL eine Heimat gefunden haben und auch nach der Ausbildung vor Ort praktizieren.

Bei dem Thema gehe es nach Ansicht der JU jedoch nicht nur um die medizinische Versorgung im Allgemeinen. Die gesundheitspolitische Sprecherin der Jungen Union NRW aus Paderborn, Kathrin Krause, setzt ebenso auf den Faktor Familienfreundlichkeit: „Hebammen sorgen für einen reibungslosen Start ins Leben und begleiten junge Familien auf ihrem Weg. Wir müssen uns deshalb auch fragen, wie familienfreundlich OWL in Zukunft sein möchte. Hebammen spielen hierbei eine herausragende Rolle.“

Seitens der Landesregierung sieht Krause indes Unterstützung. „Unser Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann hat sich bereits in mehreren Gesprächen für eine gute Versorgung im ländlichen Raum starkgemacht. Auch die lokalen Landtagsabgeordneten - allen voran Daniel Sieveke - machen sich für den Standort Paderborn stark. Der Spielball liegt aufgrund der Hochschulautonomie jetzt jedoch bei den Hochschulen vor. Dort müssen dringend Konzepte ausgearbeitet werden, die das Hebammenstudium vor Ort ermöglichen.“

Aus diesem Grund appelliert die Junge Union insbesondere an die lokalen Hochschulträger, wie beispielsweise das Erzbistum Paderborn, sich ihrer gesellschaftlichen Verantwortung bewusst zu sein. „Als Junge Union OWL fordern wir alle Beteiligten - von der Politik bis zu den Hochschulen – auf, jetzt zügig zu einer gemeinsamen Lösung für den Standort OWL zu kommen“, stellen Gniosdorz und Krause fest. „Sollte es jedoch zu keiner Lösung kommen, muss notfalls das Land NRW alle Register ziehen und ähnlich wie im Kreis Herford Studienplätze an privaten Universitäten oder Fachhochschulen in OWL einkaufen.“

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