Liebe Mitglieder und Freunde, in den letzten Wochen haben sich viele YouTuber und andere Personen aus den Social Medias an euch gewendet. Ein Name viel dabei besonders oft. Und das war der Name Rezo. Nein, wir wollen hiermit kein Antwortschreiben abgeben.

Es gäbe vieles, was man ansprechen kann und berichtigen muss. Etwas, dass Deutschland angeblich Kriegsverbrechen begeht. Aber darum soll es heute nicht gehen. Das hier soll vielmehr eine Antwort darauf sein, was wir in den Umgang damit gelernt haben.

Und der Umgang damit hat unsere größte Schwäche als Unionsfamilie offenbart. Wir waren nicht fähig, hierauf angemessen zu antworten. Das ging bereits los bei der Debatte um Art. 13 der neuen Urheberrichtlinie. Wir wurden wahrgenommen als die überheblichen alten CDUler, die die Meinung der Jungen nicht wahrgenommen haben. Wir haben eine Richtlinie erlassen, für die so niemand war. Und wir wurden dafür geteert und gefedert in den sozialen Medien. Unsere Antworten waren der Union nicht würdig. Wer für die Freiheit im Internet eintritt, der ist weder von YouTube und Facebook gekauft worden, noch ist er ein Bot.

Und auch beim Rezo-Video fand keine Besserung statt. Ein Antwortvideo wurde gedreht. Es wurde groß angekündigt. Und dann kam nichts. Das kann und darf nicht sein. Wenn wir in den Social Medias angegriffen werden, dann müssen wir auch da antworten. Die Art der CDU muss es sein, dass wir dort die Menschen abholen, wo sie sich befinden. Und wenn das bei Instagram und YouTube ist, dann müssen wir auch da antworten. Wenn wir in den Parlamentsdebatten von der Opposition angegangen werden, dann suchen wir auch nicht das direkte Gespräch, sondern unsere Abgeordnete gehen in die Bütt und sprechen am Pult zurück. Nichts anderes kann und darf für sie sozialen Medien gelten. Mit einer 11 seinigen PDF, die bis heute nur 130.000 mal abgerufen wurde sowie einem offenen Brief in der FAZ erreichen wir nicht die 12 Millionen, die sich bis heute das Rezo Video angeschaut haben.

Und der Umgang nach der Wahl war nicht besser. Die Parteivorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer tritt vor die Medien und verkündet, dass wir uns überlegen müssen, ob wir Regeln für eine solche Meinungsmache brauchen. Solche Regeln haben wir aber schon. Seit einer Woche nunmehr über 70 Jahre lang. Im Art. 5 I GG wird die Meinungsfreiheit garantiert. Und wenn dann 70 YouTuber meinen zu sagen, warum die CDU aus ihrer Sicht nicht wählbar ist, dann ist das genauso in Ordnung, wie wenn die CDU zur Bundestagswahl 2017 eine Vielzahl an Prominenten ankarrt, die erklären, warum sie Angela Merkel toll finden. Liebe Frau Kramp-Karrenbauer, liebe Annegret. Du sagst, dass die keine Regulierungen willst. Wir hoffen wirklich, dass das nur ein großes Missverständnis ist. Denn wir als Union sind der Garant und Beschützer der Grundrechte.

Nun heißt es wirkliche Antworten zu finden. Und diese Antwort besteht nicht darin zu fragen, warum uns 70 YouTuber kritisieren und welche Regeln dort gelten. Die Antwort muss darin bestehen, dafür zu sorgen, dass beim nächsten Mal 70 YouTuber sagen „Halt Stopp. Das stimmt nicht. Wählt die CDU.“ Wir wollen mitmischen in den Social Medias. Wir wollen nicht nur reagieren. Wir wollen agieren. Als Junge Union, aber auch als CDU und ganze Unionsfamilie. Und darin besteht auch unser Angebot an die CDU. Lasst uns da gemeinsam anpacken. Von der Eruopaebene bis hinein in unseren Kreis und seine Gemeinden. Als Junge Union sind wir die Schnittstelle zur Jugend. Wir wollen das mit euch nutzen.

Und wie wir das machen wollen? Ja. Das wollen wir mit euch besprechen. Am 14.7. bei unserem JU-Stammtisch. Wir wollen eure Ideen. Eure Anregungen. Wie wollt ihr, dass wir zukünftig agieren? Wie sollen wir unsere Ansichten und die der CDU in den sozialen Medien voranbringen. Wir sind gespannt auf eure Ideen und freuen uns den Weg mit euch gemeinsam zu gehen. Also, lasst uns anpacken.

Für den JU-Kreisvorstand
Marcel Kriwet
- Kreisvorsitzender -

« Junge Union Ostholstein befürwortet Abschaffung der Schülerbeförderungskosten für Klasse 1 bis 10