Bezirks-JU trifft sich in Melle zur Diskussion über nachhaltige Wirtschaft

Melle. Auf dem Bezirksdelegiertentag (BDT) der Jungen Union (JU) Osnabrück-Emsland debattierten rund 100 Delegierte und Gäste über die aktuelle Situation der Mutterpartei CDU. Bei der Tagung in Melle stand auch das Thema „Nachhaltige Wirtschaft“ auf dem Programm inkl. der Verabschiedung des Leitantrages „Wirtschaftliche erfolgreich und klimaneutral – Deutschland auf dem Weg zu einer nachhaltigen Wirtschaft“.

Der JU-Bezirksvorsitzende Malte Kramer begrüßte auf dem Campus des Unternehmens Solarlux in Melle rund 100 JU-Mitglieder und Gäste: „Endlich können wir wieder in Präsenz tagen und über die Situation der CDU bei der Bundestagswahl diskutieren.“ Für viele Jungunionisten war es die erste Veranstaltung wieder in Präsenzform. Gerade für diese Diskussion sind die Bundestagsabgeordneten Gitta Connemann und Dr. André Berghegger gekommen, um offen und ehrlich das Ergebnis mit den Jungunionisten zu
diskutieren.

Für Gitta Connemann steht fest, dass sich die CDU mit einem neuen Team sich aufstellen und dabei inhaltliche Positionen klarer und überzeugender formulieren müsse. Dabei zitierte Sie den ehemaligen Bundeskanzler und CDU-Vorsitzenden Konrad Adenauer: „Es ist keine Schande hinzufallen, aber es ist eine Schande nicht wieder aufzustellen.“ Bei diesem Prozess muss die Basis unbedingt beteiligt werden. Nach Ansicht von André Berghegger müsse eine strukturelle Umstellung der Bundespartei erfolgen. Dabei müsse auch die künftige Kampagnenfähigkeit verbessert werden. „Wir dürfen nicht zu komplex in unserer Sprache gegenüber der Bevölkerung sein“, sieht Berghegger die Notwendigkeit den Wahlkampf plakativer mit klaren Botschaften zu gestalten. Zum Abschluss der Diskussion stellt Kramer fest: „Es geht jetzt ums Überleben der CDU als Volkspartei. Wir müssen uns sortieren, neu aufstellen und geschlossen und mit klarem Kurs für die Zukunft auftreten.“ Der JU-Bezirksverband begrüßt die jetzt von der Mutterpartei beabsichtigte Mitgliederbefragung. Diese wurde von der JU im Bezirk bereits auf dem Bezirksdelegiertentag 2018 in Lingen gefordert.

Weiterer Höhepunkt der Veranstaltung war das Forum über nachhaltige Wirtschaft mit Astrid Hamker, Präsidentin des Wirtschaftsrates der CDU e.V., Marco Graf, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Osnabrück - Emsland - Grafschaft Bentheim und Reiner Möhle Präsident der Handwerkskammer Osnabrück - Emsland - Grafschaft Bentheim. Für Hamker stellt die Dekarbonisierung die größte Herausforderung für die Wirtschaft dar: „Es wird das bislang teuerste Projekt für unsere Gesellschaft sein, wenn wir eine kohlenstofffreie Wirtschaft im Rahmen der Energiewende haben wollen.“
Marco Graf empfahl den Blick auf den Freihandel nicht zu vergessen und ihn nicht einzuschränken, sofern es nicht zum Verlust von Arbeitsplätzen kommen solle. „Ich arbeite jeden Tag dafür, dass der Stahlofen in Georgsmarienhütte nicht ausgeht. Die Industrie vor Ort muss bei der Treibhausgassenkung mitgenommen werden“. Der IHK-Vertreter hält die Wichtigkeit der Wettbewerbsfähigkeit für einen zentralen Punkt. Auch Reiner Möhle sieht Potenzial das Handwerk bei der Energiewende mitzunehmen. Dafür seien Nachhaltigkeitsaspekte im Alltag der Handwerksbetriebe stärker zu verankern. „Wir müssen aber auch dafür sorgen, dass es Nachwuchs im Handwerk gibt, denn ohne junge Menschen können keine Gebäude gebaut oder Menschen in der Gastronomie bedient werden.“ Malte Kramer dankte für die unterschiedlichen Einblicke der Referenten in die aktuelle Wirtschaftslage: „Wir sollten den Blick nach Corona nach vorne richten und die Krise als Chance für eine nachhaltigere Wirtschaft setzen.“

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