Die Äußerungen des CSU-Fraktionsvorsitzenden im Rathaus, Manuel Pretzl, zu einer möglichen City-Maut für die Münchner Innenstadt stoßen auf erheblichen Widerstand bei der Jungen Union München. "Eine City-Maut löst nicht das Problem, wie immer mehr Pendler nach und aus München befördert werden sollen. Der ÖPNV ist jetzt schon überlastet und muss dringend gestärkt werden. Vor allem U- und S-Bahnen sind aufgrund ihrer hohen Kapazität dafür geeignet - die Stadt sollte hier daher schnellstmöglich Takte verdichten und Angebote ausbauen!", fordert Michael Daniel, Bezirksvorsitzender der Jungen Union München. "Zudem ist der Zeitpunkt für die Diskussion über eine City-Maut völlig verfehlt. Denn besonders jetzt in der Corona-Pandemie ist das Bedürfnis nach individueller Mobilität abseits des überfüllten und überlasteten ÖPNV verständlich und gerade bei Risikogruppen in der Bevölkerung mehr als berechtigt. Einerseits jedes Zusammentreffen von Menschen verhindern zu wollen und andererseits durch wirtschaftlichen Zwang immer mehr Menschen in die beengten Beförderungsmittel des ohnehin überlasteten ÖPNV zu treiben, passt nicht recht zusammen."

Auch die negativen wirtschaftlichen Folgen der City-Maut stoßen bei der JU München auf Kritik. Michael Daniel weiter: „Die Einzelhändler und Wirte in der Innenstadt sind durch die Pandemie und ihre Folgen eigentlich schon genug belastet. Früher hat dieser Personenkreis einmal zum Kernklientel der CSU gehört. Wollen gerade wir es sein, die ihnen jetzt mit Gewalt den Todesstoß versetzen?“

Auch aus den Reihen der JU-Kreisverbände kommt Kritik: "Bevor man überhaupt über eine City-Maut nachdenken kann, sollte die Stadt endlich mal ein schlüssiges Gesamt-Verkehrskonzept erarbeiten", ergänzt Daniel Miller, Kreisvorsitzender der Jungen Union Schwabing. "Der Fokus sollte hierbei auf dem von Grün-Rot lange vernachlässigten U-Bahn-Ausbau und einer Entlastung der Stammstrecke durch einen S-Bahn-Ring liegen!"

« Winter is coming