von Jacob Gelzer

Vom ständigen Wiegen wird die Sau nicht fetter.
Die Grünen werden nicht müde ein generelles Tempolimit herbeizusehnen. Erst Ende 2019 wurde ein solcher Antrag mit klarer Mehrheit von 498 zu 126 Stimmen im Bundestag abgelehnt. Nachdem sich die SPD ebenfalls für ein generelles Tempolimit ausspricht, ist klar, mit einer Regierung rot-rot-grün wäre ein Tempolimit auf deutschen Autobahnen beschlossene Sache.
Doch die Gegner der freien Mobilität, scheinen pünktlich zum Auftakt des Bundestagswahlkampfes, eher am ideologischen Stimmenfang interessiert zu sein, als die Debatte zu versachlichen.

Es folgen 5 Gründe, für freie Fahrt und gegen ein generelles Tempolimit.

Grund 1: Die geringste Anzahl an Verkehrstoten seit Beginn der Aufzeichnung
Schon 2019 erreichte jener Wert einen historischen Tiefstand von 3040 Verkehrstoten. Im Jahr 2020 führt sich der Jahrzehnte lange Trend fort und lediglich 2742 Personen verunglückten tödlich. Haupttodesursache ist nicht etwa zu schnelles Fahren, sondern „Ablenkung am Steuer“ z.B. durch die Benutzung des Smartphones.

Grund 2: Unzureichender Effekt bei der Co2-Einsparung
Die Bundesanstalt für Straßenwesen bemisst eine jährliche C02 Ersparnis durch ein generelles Tempolimit von 120km/h auf 0,27 %. Bei einem Tempolimit von 130km/h gäbe es gar keinen Effekt.

Grund 3: Fahren mit konstanter Geschwindigkeit ist gefährlich
Bei langen Autofahrten mit der immer gleichen Geschwindigkeit wird der Fahrer zunehmend müde und unkonzentriert. Es fehlt das Gefühl von Beschleunigung und Geschwindigkeiten werden unterschätzt. Nicht auszuschließen, dass dies sogar vermehrt zu Unfällen führen könnte.

Grund 4: EU Länder mit Tempolimit sind unsicherer
In Deutschland sind 1,6 Verkehrstote pro eine Milliarde gefahrene Autobahnkilometer zu verzeichnen. Für Länder mit Tempolimit liegen diese Zahlen häufig weitaus höher, in Italien bei 2,6 in Spanien bei 3,1 und in Polen sogar bei 4,8.

Grund 5: Autobahnen sind am sichersten
Auf Autobahnen wird nicht umsonst so häufig gebaut. Moderne Beschilderung, Straßenbeläge oder moderne Sicherheitstechnik. Die 1,6 Verkehrstoten pro eine Milliarde gefahrene Autobahnkilometer stehen 5,3 Tote pro eine Milliarde Kilometer im restlichen Straßennetz gegenüber. Die meisten Todesopfer haben die Landstraßen zu verzeichnen.

Bei dem Blogbeitrag handelt es sich um einen Meinungsbeitrag von Jacob Gelzer, welcher ggf. nicht der Meinung der gesamten JU Herzogtum Lauenburg entspricht.

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