Leitantrag betont Gemeinsamkeit

Politik ist keinesfalls nur eine Sache älterer Herren in grauen Sakkos: Im Haus der offenen Tür trafen sich am Wochenende die nordbadischen Kreis- und Stadtverbände der Jungen Union zur Bezirkstagung. Dabei verabschiedeten sie den Leitantrag "Ballungsräume und ländlicher Raum - gemeinsam stark für erfolgreiche Wirtschaft" und bestimmten die Delegierten.

"Wichtiger Beitrag"
Bundestagsabgeordneter Alois Gerig eröffnete die Grußworte mit dem Hinweis auf die anstehenden Bundestagswahlen und attestierte der JU "einen wichtigen Beitrag zum weiteren Ausbau der guten Stimmung in Deutschland"; das Regierungsprogramm der CDU bezeichnete er als Grundstock für einen soliden Lebensstandard der Gesellschaft, allerdings müsse man die Umfragewerte weiter stärken, um eine rot-rot-grüne Koalition abzuwenden.

Arbeit gewürdigt
Die Arbeit der Jungen Union sowie im Speziellen Generalsekretär Manuel Hagel würdigte Europaabgeordneter Daniel Caspary. Nun gelte es, Meinungsfreiheit, Demokratie und Pluralismus als "Haustugenden" der CDU zu bewahren und zu schützen, und nicht etwa die Polizeipräsenz beim G20-Gipfel in Hamburg anzugreifen. "Die Kritik betrifft in erster Linie diejenigen, die mit Terror und Ärger den Rechtsstaat mit Füßen treten", merkte er an.

"Brauchen Meister"
Auf bildungs- und familienpolitische Aspekte kam Generalsekretär Manuel Hagel zu sprechen. So beginne das Leben des Menschen "nicht erst beim Abitur": "Wir brauchen nicht nur Master, sondern auch Meister", hielt er fest und berief sich auf die Förderung persönlicher Begabungen sowie die damit einhergehende Chancengleichheit. Ebenso befürwortete er Kindertagesstätten sowie auf der anderen Seite die Erziehung zuhause im Elternhaus.
Dass die CDU sich als konservative Partei sehe, habe hingegen nichts mit angestaubten oder unmodernen Ansichten zu tun: "Konservativität bedeutet, manche Dinge zu verändern, um hingegen andere Werte zu bewahren", betonte Hagel weiter in seiner Rede.
Bürgermeister Markus Günther verglich das "C" der CDU mit der Wallfahrt zum Heiligen Blut - gerade das Christliche könne Walldürn mit der CDU verbinden. In seiner Ansprache erwähnte das Stadtoberhaupt den inzwischen spürbaren Fachkräftemangel hin und erbat dahingehend die Unterstützung des ländlichen Raums auch durch die Junge Union.

Grundniveau sichern
Ein weiteres "Heimspiel" bestritt später Minister Peter Hauk, welcher der JU "Zusammenhalt und hohe Motivation" nachsagte und mit bisweilen durchaus kritischen Anmerkungen zur baden-württembergischen Bildungspolitik aufwartete: Man müsse ein gewisses Grundniveau sichern, um die elementaren Fähigkeiten wie Lesen, Schreiben und Rechnen zu sichern. Behufs der Polizei konstatierte der Minister für den Ländlichen Raum, dass das Gewaltmonopol in einem Rechtsstaat "nach wie vor in staatlicher Hand liegt, sodass die Polizei unterstützt werden muss". Im Gegenzug hieße es, die "Unruhestiftenden" zur Deeskalation zu bitten. Kurz berief er sich noch auf den Einfluss moderner Medien sowie die Wichtigkeit einer möglichst hohen Präsenz der Politiker vor Ort.

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