Peter Tauber lässt bei Junger Union Darmstadt keine Frage unbeantwortet

Einige der knapp 100 Besucher der Veranstaltung mit Peter Tauber zeigten sich überrascht. Denn am Donnerstagabend hielt der 40-jährige Generalsekretär der CDU Deutschlands im Herrngartencafé keine lange Rede. Auch wenn die Eingangsfrage des JU-Kreisvorsitzenden Paul Georg Wandrey zur aktuellen Einwanderungsgesetz-Debatte „zu einem abendfüllenden Vortrag“ einlud, passte sich Tauber schnell dem Format der Jungen Union an. Unter dem Titel #fragtauber waren die Spielregeln des Abends klar und der Name Programm. Kein Thema für eine lange Rede, keine Tabus bei den Fragen, kurze und prägnante Antworten von Tauber.

Innerhalb weniger Minuten gab der Generalsekretär einen Umriss für das von ihm vorgeschlagene Einwanderungsgesetz, für dessen Erstellung er noch vor Ostern nach Kanada reisen wird, das Tauber in einer Vorreiter-Rolle für die Einwanderung und Integration sieht. Die Kritik vieler in der Union, dass es bereits genug Regelungen gäbe, weist Tauber entschieden zurück. Es ginge nicht vorrangig darum, neue Regularien zu schaffen, sondern vor allem eine neue Kultur im Umgang mit Einwanderern und
Einwanderung zu schaffen. Dies beginne bereits damit über das „wirklich sehr einladend klingende Aufenthaltsstatusgesetz“ nachzudenken. Während der Fokus der SPD vor allem auf dem Aspekt der Arbeit liege, sieht Tauber Einwanderung als „gesamtgesellschaftliche Aufgabe“, bei der es vor allem um „die Schaffung eines Zusammengehörigkeitsgefühls und den Aufbau einer Willkommenskultur“ geht.

Auch den weiteren Fragen des Abends stellte sich Tauber gut gelaunt, fachmännisch und eloquent. Dabei reichten die Themen von Digitalisierung und Netzneutralität, dem Steckenpferd des Netzpolitikers Tauber, über die Energiewende bis hin zur persönlichen Altersversorgung. Die Kritik aus den eigenen Parteireihen, die Union wäre in der Großen Koalition kaum zu bemerken, wies Tauber entschieden zurück. Die Überschriften der bisher in der Koalition umgesetzten Projekte würden viele zwar mit der SPD in Verbindung bringen, deren Inhalte sind jedoch stark von CDU und CSU geprägt. „Weder der
beschlossene Mindestlohn, noch die beschlossene Frauenquote und die beschlossene Rente nach 45 Beitragsjahren sind das was die SPD ihren Wählern versprochen hat, sondern was wir im Herbst verhandelt haben.“

Doch der Generalsekretär gab die Kritik insbesondere an die Junge Union zurück. Tauber, der selbst Landesvorsitzender der Jungen Union Hessen war, zeigte wenig Verständnis über die Beiläufigkeit mit der die Junge Union die schwarze Null zur Kenntnis genommen hat. „Wir sollten jeden Tag eine Party feiern, dass das endlich geschafft wurde. Dass endlich keine Schulden mehr auf den Schultern der jungen Generation aufgehäuft werden.“ Mit Blick auf die Bundestagswahl 2017 aber auch auf die von ihm angestoßene Parteireform hält Tauber es für unerlässlich die Partei, ihre Kandidaten und auch die Veranstaltungen weiter nach außen zu öffnen. Den Abend bei der Jungen Union Darmstadt und insbesondere das offene Format waren für Tauber hierzu ein gelungener Schritt.

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