Aktuelles
Junge Union Ostholstein fordert sofortigen Planungsstopp zur 380 KV Freileitung

· ·

Das neuste Gutachten des Kreises Ostholstein und zahlreicher Gemeinden verdeutlicht, dass eine 380-kV-Leitung in Ostholstein nicht gebaut werden darf.

Die Junge Union (JU) Ostholstein fordert angesichts des neusten Gutachtens zur 380-kV-Leitung in Ostholstein einen sofortigen Planungsstopp. Dies beinhaltet auch eine Nichteinreichung der Planungsunterlagen durch Tennet. Ebenfalls muss die 380-kV-Leitung umgehend aus dem Bundesnetzplan gestrichen werden. Die externen Gutachter Prof. Dr. Jarass und Prof. Dr. Brakelmann haben nachgewiesen, dass die von Tennet geplante 380-kV-Freileitung durch Ostholstein weder notwendig, noch wirtschaftlich ist. „Ostholstein braucht keine überdimensionierte 380-kV-Freileitung und keinen eindeutig unnötigen Flächenfraß!“, kommentiert der JU Kreisvorsitzende Marcel Kriwet die zustimmenden Ergebnisse des Gutachtens. Bereits die schlechteste Bewertung im Umweltbericht hätte Anstoß sein müssen, erneut die Planungen aufzunehmen. Dazu kommt der Verbrauch von gut 40 Metern breiten Bauschneisen und 21 Metern im Endzustand. Erst recht die geringe Auslastung von nur 13% zu Spitzenzeiten, verdeutlicht aus Sicht des CDU-Nachwuchs, dass die Planungen hätten längst gestoppt werden müssen.

Aus Sicht der CDU-Jugend muss nun eine neue Planung angestrebt werden. Leitgedanke muss neben einer auch für die Zukunft ausreichender Spannungsgröße eine geringstmögliche Flächenversieglung sein. „Durch den Bau der Fehmarnbeltquerung, ihrer Hinterlandanbindung und neuer Windkraftanlagen kommt es bereits jetzt zu einer sehr hohen Flächenversieglung in Ostholstein. Weiterhin müssen auch noch Ausgleichsflächen vorgehalten werden. Ziel der Planung muss eine bestmögliche Vereinbarkeit von Stromversorgung, Mensch und Umwelt sein“, so Kriwet.

Die JU Ostholstein befürwortet daher die nun wieder aktuellen Überlegungen zum Ausbau einer Erdverkabelung. Nach dem Gutachten ist eine Erdverkabelung nicht nur möglich, sondern auch deutlich kostengünstiger als die bisher geplante 380-kV-Freileitung. Die nötigen Trassenbreiten betragen dann gerade einmal maximal 20% der Freileitung. Ob eine 110-kV-Erdverkabelung oder eine 380-kV-Erdverkabelung angestrebt werden soll, muss genau ermittelt werden. Angesichts des tatsächlichen Bedarfs und der deutlich geringeren Kosten wäre eine 110-kV-Leitung aber vorzugswürdig.

Den von Prof. Dr. Jarass geäußerten Verdacht, dass nicht alle Planungsgrundlagen der Tennet der tatsächlichen Realität entsprechen, teilt die Junge Union Ostholstein. So dürften die neuen Vorlagen der Regionalplanung zur Windenergie kaum eingeflossen sein. Aufgrund dessen sollten auch andere Großprojekte häufiger mit aktuellen Planungen und Entwicklungen abgeglichen werden. So können in Zukunft besser unnötige Projekte verhindert werden.

Sollte sich die Tennet weigern die neuen Ergebnisse zu berücksichtigen und ein Planfeststellungsverfahren dennoch einleiten, so müssen aus Sicht der JU Ostholstein unzweifelhaft rechtliche Schritte vorgenommen werden. „Das Gutachten zeigt massive Fehler im Planungsverfahren, die einen gravierenden Einfluss auf das Planungsergebnis haben“, fasst Kriwet die Erkenntnisse des Gutachtens abschließend zusammen.

« Junge Union Ostholstein bezieht Stellung zum Beschluss zur Öffnung der Ehe für alle