Am Freitag, den 20.02.2015 trafen sich der Vorstand des Kreiselternrates (KER) und Vertreter der Jungen Union Nordsachsen (JU) in Torgau. Bei dem Gespräch wurden Gemeinsamkeiten beim Thema Schülerverkehr diskutiert.


Nachdem im letzten Jahr die Junge Union ein Papier zum Schülerverkehr beschloss und der Kreiselternrat sich zu diesem Thema positionierte, kamen beide Organisationen zusammen. Der Kreiselternrat machte nochmals deutlich, dass die Vernetzung im ganzen Raum Leipzig wichtig sei. Die Schüler aus dem Raum Nordsachsen, aber auch Leipzig Land müssen im Zusammenhang mit ihrer Ausbildung auch Leipzig erreichen. Das betrifft nicht nur die Schüler, die die Berechtigung für ein Schülerticket haben, sondern auch Auszubildende, Schüler, die mehr als 3 km von der Schule entfernt wohnen, oder Schüler, die den Spezialverkehr nutzen.
Das Konzept der JU sieht genau dies vor. Nach dem Positionspapier sollen alle Schüler und Auszubildende die Berechtigung haben ein Schülerticket zu erwerben. Damit sollen die Kosten des ÖPNV auf viele Schultern verteilt werden. Momentan werden die Schülertickets mit dem 3-Fachen des Ticketpreises subventioniert.
„Die Busse fahren und werden aus öffentlicher Hand finanziert, aber nicht jeder Schüler hat die Möglichkeit sich an den Kosten zu beteiligen und ein kostengünstiges Schülerticket zu erwerben. Dies soll sich schnell ändern“, so der stellvertretende Vorsitzende der Jungen Union Florian Stehl.
Jeder Schüler soll nach diesen Plänen einen Ausweis bekommen, der sie dazu berechtigt solch ein Ticket zu kaufen. Dieses Ticket soll möglichst in einem neuen Verkehrsverbund Sachsen, oder zumindest im Raum Leipzig gelten.
Weiterhin hat der Vorstand des KER die fehlende Kommunikation zwischen ÖPNV und Regionalverkehr bemängelt. Busse fahren los und die Schüler säßen noch im Zug. Auch seien Busse zu Beginn und nach Ende des Unterrichts überfüllt. Hier müsse geprüft werden, an welchen Stellen die Auslastung zu hoch bzw. zu gering ist.
Allerdings herrschte nicht in jedem Thema Konsens. Der KER geht noch weiter. Sie möchten in ganz Sachsen den Schülerverkehr kostenlos gestalten. Die Junge Union lehnt dies ab. „ Um solch ein Ticket wirklich Wert zu schätzen sollte es hier zumindest eine kleine Gebühr geben.“, so Vorstandsmitglied der Jungen Union Daniel Knischourek.
Möglicherweise würde sich auch ein temporärer Kompromiss finden lassen. So beschreibt Andreas Geisler, Berater des KERs Nordsachsen: „Wer möchte, dass junge Menschen im ländlichen Raum leben bleiben, wer die Betriebe im Landkreis stärken will und wer gleiche Bildungschancen für alle Kinder möchte, muss sich für regionale Mobilität für Schüler und Azubis einsetzen.
Als ersten Schritt braucht es mindestens ein MDV-Vollticket und grenzübergreifende Lösungen an der Kreis- und Landesgrenze für alle Schüler (mindestens für die der weiterführenden Schulen) und Azubis der Region. Dieses Ticket darf die Eltern maximal 10,00 Euro monatlich, also die jetzt übliche Zuzahlung, kosten“
Thomas Pfeil, Vorsitzender des KERs ergänzt: „Perspektivisch kämpfen wir für ein sachsenweites kostenfreies Ticket für jeden Schüler und Azubi. Teilhabe an allen Bildungschancen fängt beim Hinkommen an. Und nur wenn man Schnuppertage, Praktika, Berufsmessen und Tage der offenen Türen in Firmen, Hochschulen usw. ohne Probleme erreichen und besuchen kann, werden wir beim Übergang ins Berufsleben passgenauer vermitteln und mehr Menschen ein Leben im Landkreis schmackhaft machen können. Und wir schließen Azubis ausdrücklich ein, denn das wäre ein erster Schritt, die Nachteile von Azubis gegenüber Studenten auszugleichen und das Ansehen von Oberschule wieder zu stärken.
Auch wer im Landkreis wohnt, muss jede Bildungseinrichtung gut erreichen können und dazu braucht es einen starken ÖPNV, der jeden Ort in Nordsachsen anbindet und die verschiedenen Verkehrsarten gut vernetzt.“
Die Gespräche zwischen der Jungen Union und des Kreiselternrates sollen weiter gehen. Es wird auch angestrebt die Gespräche auszuweiten und die Verbände im Landkreis Leipzig und der Stadt Leipzig mit einzubinden.

« Respekt und Anerkennung Generationenwechsel im Landesvorstand der Jungen Union »